Ein Bus für Malente

Eigentlich ist ein Bürgerbus in erster Linie ein ganz normales Nahverkehrsmittel. Meist handelt es sich dabei um einen Kleinbus, der zum einen nicht schwerer als 3,5 Tonnen ist und zum anderen maximal 8 Fahrgastplätze hat. Dass in der Regel keine größeren Busse verwendet werden, hat folgenden Hintergrund. Bürgerbusse sollen von ganz normalen FührerscheininhaberInnen gesteuert werden dürfen. Ganz nach dem Motto: "Bürger fahren Bürger", dürfen die Voraussetzungen nicht schwer zu erreichen sein, will man auf freiwilliger und vor allen Dingen ehrenamtlicher Basis Fahrer gewinnen. Die Hürden, die es zu überwinden gilt, wenn größere Busse mit mehr Sitzplätzen eingesetzt werden sollen, wären für einen Verein kaum zu stemmen.

Aber nicht nur die Größe des Busses und die Anzahl der Sitzplätze spielen eine wichtige Rolle. Auch wenn ein gewisser Ausstattungsstandard mit merklichen Kosten verbunden ist, darf der Komfort für die Fahrgäste nicht fehlen. Eine absenkbare Trittstufe beim Einstieg, eine gute Innenraumhöhe und eine automatische Tür, die vom Fahrer geöffnet werden kann, dienen der Sicherheit der Fahrgäste und gehören zum Pflichtprogramm. Ein Mittelgang, von dem aus jeder Fahrgast seinen Sitzplatz erreichen kann und eine Geräumigkeit, die es dem einzelnen Fahrgast erlaubt, ein- und auszusteigen ohne dabei andere Fahrgäste zu stören, sind zu berücksichtigende Kriterien. Selbstverständlich sind Automatikgurte für jeden Fahrgast; nicht selbstverständlich aber dennoch sehr wichtig ist besonders gute Belüftung, nach Möglichkeit eine Klimaanlage und eine Standheizung. Die Fahrgäste sollen im Winter nicht frieren oder im Sommer nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Selbst Kleinigkeiten, wie z.B. eine vom Fahrer aus zu bedienende Innenbeleuchtung, damit die Fahrgäste beim ein- und aussteigen nicht stolpern ist nicht als Luxus zu bewerten und damit kein verzichtbares Merkmal.

Andere Ausstattungsbesonderheiten, die keinen unerheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen, sind Investitionen, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Zugegeben, uns haben diese Summen zuerst einmal „in die Sitze gepresst“. Nach kurzer Verschnaufpause war aber klar: ohne Schienensystem im Fußboden zur Verankerung von einem oder mehreren Rollstühlen und ohne Rollstuhllift werden wir die Fahrzeugplanung nicht abschließen.      
So gilt es vieles zu bedenken und abzuwägen, gut zwischen Luxus, Bequemlichkeit und Sicherheit zu unterscheiden, denn ein entsprechender Bus ist nur über Zuschüsse und Spenden zu finanzieren. Es versteht sich dann von selbst, dass der sehr sorgsame und verantwortungsvolle Umgang mit den Ausgaben schon deshalb obligatorisch sein muss.