Der Personenbeförderungsschein: Geißel für den BürgerBus-Malente?

Natürlich nicht, aber der Personenbeförderungsschein oder auch „P-Schein“, wie die „Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung“ oft genannt wird, scheint für unser Projekt, dem BürgerBus-Malente, ein gewisser „Hemmschuh“ zu sein.

Das Gesetz schreibt vor, dass eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung benötigt wird, wenn in einem Fahrzeug entgeltlich oder geschäftsmäßig Fahrgäste befördert werden.

Nun könnte man annehmen, dass der BürgerBus-Malente diese Voraussetzung nicht erfüllt, weil unsere Fahrgäste den BürgerBus-Malente unentgeltlich nutzen dürfen. Warum sollten wir unsere FahrerInnen also mit diesem Formalismus „traktieren“ und das Risiko eingehen, dass sich deshalb einige interessierte FahrerInnen wieder von uns abwenden? Die Frage ist nicht unberechtigt und nachvollziehbar. Deswegen werden wir versuchen, sie so verständlich wie möglich zu beantworten.

Zunächst ist festzustellen, dass der „P-Schein“ in erster Linie dem Schutz der Fahrgäste dient und nicht nur ein notwendiger Formalismus der Behörde ist. Nebenbei bemerkt, bietet er auch den FahrerInnen einen Schutz, bestätigt er doch auch von amtlicher Seite, dass keine Bedenken bestehen. Guckt man sich die Voraussetzungen für den „P-Schein“ mal etwas genauer an, stellt man schnell fest, dass der „P-Schein“ mit Behördenwillkür so überhaupt nichts zu tun hat und unsere Fahrgäste eigentlich erwarten dürfen, dass sich der Verein BürgerBus-Malente seiner Verantwortung bewusst ist und nur Fahrer hinter das Steuer lässt, die bereit sind, sich dieser Verantwortung zu stellen.

Sicher, die FahrerInnen des BürgerBus-Malente müssen einen Antrag stellen, eventuell ein Passbild für den EU-Kartenführerschein machen und sich von einem Arzt bescheinigen lassen, dass sie dazu gesundheitlich in der Lage sind. Eine Prüfung ist nicht notwendig! Ein eventuell negatives Ergebnis ist auch keine Risiko für den eigenen Führerschein, denn wenn die besonderen Anforderungen zur Beförderung von Fahrgästen nicht erfüllt sind, heißt das nicht, dass der eigene „Lappen“ in Gefahr gerät. Insofern stimmt es denn auch, dass das mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Aber ist es denn wirklich eine Zumutung, vor der man zurückschrecken müsste?

Wären hier mehrere Behördengänge notwendig, wäre die gesundheitliche Untersuchung eine Strapaze und müssten FahrerInnen die entstehenden Kosten dafür übernehmen, dann müsste man die Frage der Zumutung in gewisser Weise wohl mit „ja“ beantworten. Aber! Der Verein BürgerBus-Malente wird es den ehrenamtlichen FahrerInnen so einfach und bequem wie nur irgend möglich machen und an jeder Stelle unterstützen und selbstverständlich die Kosten übernehmen.

Wie sieht diese Unterstützung konkret aus? Zunächst einmal erstellen wir gemeinsam mit dem Fachdienst Straßenverkehr einen konkreten Ablaufplan. Daraus wird zu erkennen sein, welche Unterlagen bereitgehalten werden müssen und in welcher Reihenfolge wo welche Dinge erledigt werden können, um Zeit und Wege einzusparen. Und die Untersuchung organisieren wir auch auf Sie. Wir machen den Termin beim Arbeits- und Betriebsmediziner, fahren Sie auf Wunsch zur Untersuchung oder versuchen, die Untersuchung in Malente oder näherer Umgebung zu organisieren. (mw)


„Gerüchteküche“

Eines der Argumente, die wir von interessierten FahrerInnen hin und wieder hörten: „Ich habe noch den „grauen Lappen“ und den möchte ich nicht gegen den EU-Kartenführerschein tauschen.“ Gehen Sie mal lieber davon aus, dass dieser Tausch in den nächsten Jahren ohnehin auf Sie zukommen wird. Die Vögel pfeifen es schon von den Dächern, dass das bis 2018 sowieso ansteht.